Neustadt, 21. Juli 2026.Die LeineNetz hat einen Rekord-Stromnetzausbau zur Versorgungssicherheit und Aufnahme weiterer regenerativer Erzeugungsanlagen für Mardorf, Schneeren und Eilvese erfolgreich abgeschlossen und in Betrieb genommen. Mit einer Investition von rund 2,5 Millionen Euro entstand in den vergangenen vier Jahren eine neue, rund 16 Kilometer lange Mittelspannungsleitung einschließlich einer modernen Schaltstation. Die Maßnahme ist die größte Einzelinvestition der LeineNetz in den Stromnetzausbau der jüngeren Geschichte und schafft die Grundlage für eine noch sicherere Stromversorgung sowie die weitere Umsetzung der Energiewende in der Region.
Der Netzausbau verbessert die Struktur des Stromnetzes grundlegend. Während die Versorgung bislang über einen rund 46 Kilometer langen Netzring erfolgte, wurde dieser durch die neue Leitung in mehrere leistungsfähige Netzabschnitte gegliedert. Dadurch kann das Stromnetz im Störungsfall deutlich flexibler betrieben werden. Netzbereiche lassen sich gezielt umschalten und schneller wiederversorgen, wodurch Ausfallzeiten reduziert und die Versorgungssicherheit nachhaltig erhöht werden. Zur Bewertung der Versorgungssicherheit eines Stromnetzes dient der sogenannte SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index). Er gibt an, wie lange angeschlossene Kund:innen im Durchschnitt innerhalb eines Jahres aufgrund ungeplanter Versorgungsunterbrechungen ohne Strom ist. Ein niedriger SAIDI-Wert steht für eine hohe Versorgungssicherheit und wenige bzw. kurze Stromausfälle. Für die LeineNetz lag dieser mit 0,53 schon bisher weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 11,7, war damit schon 22 Mal sicherer und wird durch den Netzausbau noch weiter optimiert. Die Jahre 2024 und 2025 waren in der LeineNetz vollständig störungsfrei – ohne eine einzige Minute Ausfallzeit. In den Jahren 2008 und 2014 lag die Ausfallszeit pro Jahr noch teils deutlich über 4 Stunden.
„Mit diesem Projekt investieren wir gezielt in die Zukunft unserer Region. Über das Projekt hinaus investieren wir in den nächsten fünf Jahren sogar rund 50 Millionen Euro ins Neustädter Netz. Eine leistungsfähige Netzinfrastruktur ist die Voraussetzung dafür, dass Bürger:innen sowie Unternehmen die Möglichkeiten der Energiewende nutzen können – sei es durch Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur oder neue gewerbliche Anwendungen“, sagt Dieter Lindauer, Geschäftsführer der LeineNetz.
Gleichzeitig schafft die neue Infrastruktur zusätzliche Kapazitäten für den Anschluss neuer Verbraucher:innen und Erzeugungsanlagen. Bereits seit dem starken und anhaltenden Ausbau der Photovoltaik ab 2012 sowie durch zahlreiche Biogasanlagen stieß der Netzbereich zunehmend an seine technischen Grenzen. Die Anforderungen an das Stromnetz werden in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Nach aktuellen Prognosen muss das Netz bis 2045 Einspeiseleistungen aus Photovoltaikanlagen aufnehmen können, die mehr als zweieinhalbmal so hoch sind wie heute. Gleichzeitig wächst die Windenergie deutlich, während die konventionelle Stromerzeugung spürbar zurückgeht. Mit der jetzt abgeschlossenen Netzverstärkung verfügt das Stromnetz über deutlich größere Leistungsreserven und ist auf die steigenden Anforderungen der kommenden Jahre vorbereitet.
„Wir möchten das unsere Kund:innen ein Teil der Energiewende sein können – vom Ein- oder Mehrfamilienhaus über landwirtschaftliche Betriebe bis hin zum mittelständischen Unternehmen. Mit dem Ausbau haben wir unser Mittelspannungsnetz für die aktuell stark gestiegenen Anforderungen bestmöglich gewappnet“, erklärt Jens Felix Berlin, Abteilungsleiter Stromversorgung bei LeineNetz.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Digitalisierung der Netzinfrastruktur. In Schneeren wurde eine neue Schaltstation errichtet, die über das eigene Glasfasernetz des Konzerns (rasannnt) direkt mit der Netzleitstelle verbunden ist. Sie übermittelt kontinuierlich Betriebsdaten und ermöglicht eine deutlich präzisere Überwachung und Steuerung des Stromnetzes. Netzbelastungen können frühzeitig erkannt und digitale Steuerbefehle eingeleitet werden, um Netzüberlastungen zu vermeiden. Das flächendeckende Glasfasernetz von rasannnt sorgt für die Netzdigitalisierung der LeineNetz.
„Die neue Schaltstation liefert uns in Echtzeit wichtige Informationen über den Zustand des Netzes. Dadurch können wir den Netzbetrieb noch gezielter steuern, Versorgungsausfälle minimieren und unsere Investitionen dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen für die Netznutzer:innen bringen“, erläutert Thomas Hulke, Teamleiter Netzbetrieb Strom.
Der Bau stellte die LeineNetz dabei vor besondere Herausforderungen. Aufgrund der Lage im Moorgebiet mussten Trassenführung, Genehmigungsverfahren und Bauausführung sorgfältig auf die Anforderungen des Natur- und Artenschutzes abgestimmt werden. Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen konnte das Projekt innerhalb des geplanten Zeitraums von vier Jahren erfolgreich umgesetzt werden.
Der Netzausbau markiert zugleich den Auftakt weiterer Investitionen in die Stromnetze im Neustädter Land. Insgesamt investiert die LeineNetz im Jahr 2026 rund 3,4 Millionen Euro in die Strominfrastruktur. Neben dem weiteren Netzausbau werden mehr als 50 Trafostationen zu digitalen Ortsnetzstationen umgerüstet. Ziel ist es, die vorhandene Infrastruktur intelligenter zu steuern, Netzkapazitäten optimal zu nutzen und den notwendigen Netzausbau effizient zu gestalten.

Hier schreibt Steffen
Steffen ist Pressesprecher und Leiter des Marketings bei den Ideenstadtwerken.